QUERBEET
Querbeet: "Wir wollen es schaffen "

Querbeet: "Wir wollen es schaffen "

lntegrationsprojekt im Kleingartenverein Deutsche Scholle e.V.

Osnabrück.

Zum 1O0jährigen Bestehen wird im Kleingartenverein ,,Deutsche Scholle e.V."
Ende Februar das Programm ,,Querbeet" gestartet, mit dem Flüchtlinge in die
praktische Arbeit des Vereins integriert werden sollen. Flüchtlingsfamilien
sollen hier die Chance erhalten, die eigene,,Scholle" zu bewirtschaften.
Parallel dazu werden Veranstaltungen angeboten, durch die die Vereinsmitglieder mehr
über Fluchtursachen und den Hintergrund der geflüchteten Familien, erfahren können.
Mit dem Angebot im Kleingartenverein ,,Deutsche Scholle und dem ebenfalls
beteiligten Kleingartenverein Süd soll die Möglichkeit geschaffen werden,
soziale Bindungen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen, Sprachkenntnisse
zu verbessern, Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen und sich in
ökologischen Anbaumethoden fortzubilden, Die Gärten sollen vor allem Frauen
und Kindern, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, einen erholsamen und
sicheren Rückzugsort bieten und durch das gemeinsame lnteresse am Gärtnern,
für Spaß und gegenseitige Annäherung sorgen. Der Verein Deutsche Scholle
knüpft mit diesem Modell an die eigene Geschichte an. Schließlich ist die
Deutsche Scholle mitten im ersten Weltkrieg entstanden, als viele Menschen
innerhalb der Stadtgrenze von Osnabrück Zuflucht suchten. Um den dringenden
Bedarf an Lebensmitteln zu decken, wurde der Kleingärtnerverein ins Leben
gerufen. Krieg und Vertreibung bildeten damals den sozialen Hintergrund.
Heute finden sich unter den über 700 Vereinsmitgliedern, Menschen aus
15 Ländern der Welt. Der Verein hat in seiner 100jährigen Geschichte bereits
viel Erfahrungen mit der lntegration von Menschenganz unterschiedlicher Herkunft
gesammelt, ,,Wir freuen uns auf die neuen Pächter, die ein weiteres Stück zur
Schönheit und Vielfalt in unseren Gärten beitragen werden", sagt Emil Zuleia der
Vorsitzende der Deutschen Scholle e.V. und gibt damit auch die Meinung
des Kleingartenvereins Süd wieder. ,,Dies ist unser Beitrag zur lntegration
in der Friedensstadt Osnabrück und wir hoffen, dass sich auch viele andere
Vereine für die ldee der lntegration öffnen."
Das Modell Projekt wird von dei Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt.
lnitiator des Projektes ist das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes Deutschland e.V. .
Getragen wird das Projekt von der gemeinnützigen Gesellschaft für Kinder- und
Jugendhilfe mbH (Outlaw gGmbH) als Kooperationspartner und den
Kleingärtnervereinen Deutsche Scholl e.V. und KV Süd. Begleitet wird das Projekt durch
die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück,
um die Erfahrungen für weitere lntegrationsprojekte auswerten zu können.
Ebenfalls beteiligt sind die Osnabrücker Künstlerinnen Christine Vennemann und
Margit Rusert als Angehörige des freuen Ateliers an den Martinihöfen,
die das Projekt mit künstlerischen Angeboten und Veranstaltungen umrahmen.
,,Terre des hommes hat dieses Projekt im Rahmen seiner nationalen und
internationalen Programmarbeit zur Unterstützung von Flüchtlingen initiiert.
Für uns gilt, Armel hoch und anpacken, gemeinsam wollen wir es schaffen" so
Birgit Dittrich Projektverantwortliche beim Kinderhilfswerk terre des hommes.